Richte mich, Gott, und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten.
Ps 43,1
Hier ist ein Link für den Kontext des Verses, zur Lutherbibel 1984
Lifehack
Wie vor zwei Wochen: der erste Vers eines Psalms. Wenn man hinschaut, so ist es wohl nicht immer der erste Vers gewesen. Die Psalmen 42 und 43 gehören zusammen, ein Psalm wie ein modernes Lied, mit Strophen und Refrain. Psalm 43 ist die dritte Strophe mit abschließendem Refrain.
Ausgangspunkt ist die vollkommene Verzweiflung. Der Betende wird der feindlichen Welt um ihn nicht mehr Herr. Er ertrinkt, die Fluten rauschen über ihn (Ps 42), den bösen Menschen ist er hilflos ausgeliefert. In unserem Vers ruft er den Herrn an, eingeleitet mit einem trotzigen „Richte mich!“ Die Bitte kulminiert in den Worten:
Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten
und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,
dass ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,
und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.
Der Betende ist nicht angekommen im sicheren Hafen, nein, aber er stellt es sich vor, er sieht es vor sich. Er glaubt und hofft. Und dann kommt der den Psalmen gemeinsame Refrain:
Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Eine durchaus bemerkenswerte Struktur: Der Betende wartet. Er dankt nicht, aber er antizipiert den Dank, fast so, als gäbe es schon Grund dazu: „Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken…“ Das ist wie Medizin, die Seele wird ruhig. Beklemmung und Lähmung weichen.
Der Lifehack eines Menschen auf seinem Weg mit Gott durchs Leben. Kann ich gut gebrauchen!
Ich wünsche uns allen eine gesegnete Woche, mit einem Gruß aus Schlüchtern,
Ulf von Kalckreuth
