Bibelvers der Woche 19/2026

Sehet zu, dass ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit in das Angesicht meines Vaters im Himmel.
Mt 18,10

Hier ist ein Link für den Kontext des Verses, zur Lutherbibel 1984

Wie die Kinder…!

Worauf kommt es an? Die Jünger Jesu streiten sich. Sie denken an die Welt hinter der Welt, aber worum sie sich sorgen, ist der Platz, den sie dort einnehmen. Wer von ihnen ist der Größte? Vielleicht ist es ermutigend, dass den Schülern Jesu solche Fragen wichtig sind — dann ist noch Hoffnung für uns. 

Jesus ruft ein Kind, stellt es in die Mitte seiner Schüler und sagt: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. Und später: Seht zu, dass ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen allezeit in das Angesicht meines Vaters im Himmel. 

Wie die Kinder? Romantik ist fehl am Platz. Kinder sind unverantwortlich. Die Fähigkeit zur Übernahme von Verantwortung bildet sich erst mit der Zeit. Kinder können grausam sein und jähzornig. Sie quengeln und lassen es auf Machtproben ankommen. Die Bullys auf dem Schulhof sind Kinder. Und in allem sind sie auch das Gegenteil: liebevoll, zugewandt, geduldig und großzügig. Wie wir — sie sind uns recht ähnlich. Und das ist kein Wunder: wir alle waren Kinder und sind es in vielem geblieben. 

Was also meint Jesus? Kinder sind nicht berechnend! Sie entwickeln diese Fähigkeit erst langsam. Wir sollen unmittelbar sein. Tun und sagen, was richtig ist. Nicht mit dem Ziel, einen Vorteil zu erreichen. Das ist manchmal schwer zu trennen — man kann ein und dasselbe tun, weil es richtig ist und weil es einen Nutzen verschafft. In einer funktionierenden Marktwirtschaft fällt dies beides oft zusammen: Ein guter Musiker macht Karriere, ein guter Arzt verdient viel Geld. In Mt 6,1-4 spricht Jesus über die Mildtätigkeit: Wer gibt, um gesehen zu werden, hat seinen Lohn schon gehabt.  

Wir sollen unmittelbar sein, Kinder des Vaters, Kinder des Lichts. Das ist uns Erwachsenen fast unmöglich. Da geht es uns wie dem reichen Jüngling, für den die Pforte zum Himmel stets zu eng ist, was er auch tut. Wir sehen auf unseren Vorteil, wir denken instrumentell, immer ans „um zu“, und es ist schwer, sich eine Welt vorzustellen, in der wir das nicht müssten. Alle denken nur an sich — nur ich denke an mich. Und gemeinsam sind wir ganz allein.

Jesus und die Kinder

Wer auf den Herrn vertraut, kann loslassen. Nicht ganz und gar, sonst verhungern am Ende Frau und Kinder wirklich. Aber doch ein wenig. Oder auch ein wenig mehr. Und dhjgzas tun und sehen und sprechen, was richtig ist. Unsere Engel sehn dann das Angesicht des Vaters im Himmel. 

Psalm 131, einer meiner liebsten, sagt es so: 

HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig,
und meine Augen sind nicht stolz.
Ich gehe nicht um mit großen Dingen,
die mir zu wunderbar sind.

Fürwahr, meine Seele ist still und ruhig geworden
wie ein kleines Kind bei seiner Mutter;
wie ein kleines Kind,
so ist meine Seele in mir.

Israel, hoffe auf den HERRN
von nun an bis in Ewigkeit!

Amen!