Bibelvers der Woche

Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den HErrn fürchtet, soll man loben.
Spr 31,30

Hier ist ein Link für den Kontext des Verses, zur Lutherbibel 1984

Ein Bild von einem Weibsbild

Unser Vers ist der Schluß aus dem „Lob der Hausfrau“. Das ist ein Abschnitt am Ende des Buchs der Sprüche. Er wird von orthodoxen Juden wöchentlich beim Abendessen zu Beginn des Shabbat am Freitagabend rezitiert — vom Ehemann, versteht sich!

Für den BdW 39/2020 habe ich über diese erstaunliche Stelle schon einmal geschrieben, und dort ist sie auch im Wortlaut eingestellt, schauen Sie mal herein. Das Frauenbild dieses altorientalischen Textes ist faszinierend. Die Frau, die sich uns hier vorstellt, ist aktiv, selbstbewußt und selbständig. Sie ist unternehmerisch tätig. In ihrer Gemeinschaft nimmt sie eine allen wohltuende Führungsrolle ein, sie sieht, was vorgeht und steuert gelassen das Schiff ihres Hauses. Dabei steht sie im Einklang mit sich selbst und mit Gott. 

Unser Vers ist der vorletzteletzte im Buch und sagt, worauf es ankommt: nicht aufs Aussehen, sondern auf die „Furcht des Herrn“: ein Leben im Einklang mit den Geboten Gottes und in ständigem Austausch mit Ihm. 

Wir leben in einer Welt, die von visuellen Reizen überflutet ist. Dabei sind Bilder junger, attraktiver Frauen mit guter Figur und aktiver, intelligenter Ausstrahlung eine kommunikative Allzweckwaffe: in der Werbung, im Intranet von Unternehmen, auf den Titelseiten von Zeitschriften, auf Buchdeckeln, in Powerpoint-Präsentationen aller Art, den Plakaten der Kirchengemeinden und der politischen Parteien. Sie sind prominent im Feed von Instagram und Facebook, in Videos und Shows. Diese Bilder übermitteln keine Inhalt. Die Frau auf dem Plakat der AFD kann dieselbe sein wie auf dem Plakat der Grünen links daneben. Sie sind Kommunikationsmittel, sie sagen: sieh hin, hier ist es interessant und jung und sexuell attraktiv — genau wie das, was ich dir verkaufen will.

Wie fühlt sich eine Frau, die älter wird und für all dies nicht mehr stehen kann? 

Unser Vers sagt, dass solche Bilder mit dem Wert einer Frau nichts zu tun haben. Empfänglich für visuelle Reize waren die Menschen vor 2500 Jahren durchaus, vielleicht mehr als wir, die wir abgestumpft  sind und vielleicht ein wenig resistent. Aber lieblich und schön sein ist nichts, sagt der Vers. Es kommt darauf an, wie sie, die Frau, sich in die Ordnung Gottes stellt. Und ihre Werke werden sie loben, so sagt es der abschließende Vers. 

Heute ist Valentinstag. Wenn Sie ein Mann sind: was ist Ihnen wichtig an Ihrer Partnerin? Wenn Sie eine Frau sind: Wie möchten Sie gesehen werden?

Ich wünsche uns allen eine gesegnete Woche, zumal den Frauen, und ganz besonders meiner geliebten Ehefrau!
Ulf von Kalckreuth

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